Autogastechnik

Das Prinzip LPG Autogas

Eine echte Alternative zu hohen Kraftstoffpreisen und hoher Umweltbelastung ist die Nutzung von Autogas. Autogas ist im Wesentlichen ein Gemisch aus Propan und Butan, das auch als LPG (= Liquifie Petroleum Gas) bezeichnet wird. Das Gemisch wird unter Druck verflüssigt. Es ist mit Benzin verwandt und kann in entsprechend angepassten Benzin-Motoren als Kraftstoff  genutzt werden. Die Nutzung von flüssigem Autogas, das nach Verdampfung wie ein Benzin-Gasgemisch den Motor antreibt, ist eine altbewährte Technik. Sie wird in Europa schon millionenfach genutzt. In den letzten Jahren ist Autogas auch in Deutschland zunehmend eine sehr interessante echte Alternative zu den hohen Kraftstoffkosten geworden. Um die Vorteile des Autogasantriebs nutzen zu können, ist der Einbau einer Autogasanlage erforderlich. Fast jedes Fahrzeug mit Otto-Motor kann mit einer Autogasanlage nachgerüstet werden.  

Das verflüssigte Autogas wird ähnlich wie Benzin an einer Autogas-Tankstelle getankt und in einen Gas-Druckbehälter als zweiten Tank eingefüllt. Der Benzintank bleibt dabei unberührt. Es kann daher wahlweise mit Benzin oder Autogas gefahren werden. Das Auto wird zum bivalenten Fahrzeug, mit einer auf 800 bis 1000 km erweiterten Reichweite bis zum nächsten Tankstop.

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Technik und Funktion der Autogas-Nutzung

Das Tanken an einer Autogastankstelle ist einfach. Mittels eines speziellen Füllstutzens am Auto wird das flüssige Autogas in einem geschlossenen System in den Gasbehälter geleitet. Dabei verhindert ein automatischer Füllstop eine Überfüllung des Behälters bei 80 % des Tankvolumens.
Im Autogasbehälter herrscht ein relativ geringer Druck von etwa sechs bis acht bar. Von dort gelangt das flüssige Autogas durch eine Rohrleitung zum Verdampfer. Hier wird das Flüssiggas in den gasförmigen Zustand gebracht. Der Druck wird gesenkt. Danach werden im Luft-Gasmischer das Autogas und die notwendige Verbrennungsluft optimal mittels elektromagnetisch wirkender Gas- und Benzin-Absperrventile vermischt. Mit einem Knopfdruck an einem einfachen Schalter am Armaturenbrett wird wahlweise entweder die Nutzung von Autogas oder die mit Benzin-Gasgemisch eingeschaltet.


Nachträglicher Einbau

Der nachträgliche Einbau einer Autogasanlage ist Aufgabe einer Fachwerkstatt. Hier wird individuell für jeden Fahrzeugtyp geprüft, welche Ausführung die  am besten geeignete ist. Insbesondere die Lage und Gestaltung des Gas-Druckbehälters ist wichtig, um möglichst wenig Verlust an Ladevolumen z. B. im Kofferraum zu haben. Dabei gibt es für viele Modelle Platz sparende Tanks, die in der Reserveradmulde montiert werden. Autogastanks sind ausgestattet mit Armaturen zur Befüllung und Entnahme, Druckbegrenzungsventil und Füllungsstandsmessung, die am Armaturenbrett angezeigt wird.


Sicherheit

Das Autogassystem ist ein in sich geschlossenes System. Der Austritt von Flüssiggas ist sehr unwahrscheinlich. Das System wird vom TÜV mit einem Druck von 40 bar geprüft, wobei der Betriebsdruck höchstens 10 bar beträgt. Ein Rohrbruchventil im Tank verhindert ein Austreten von Flüssiggas, falls doch mal ein Rohrbruch oder ähnliches an der Anlage auftreten sollte.

Jede Autogasanlage ist nach dem Einbau vom TÜV oder zugelassenen Sachverständigen abzunehmen. Die Bescheinigung über den sachgemäßen Einbau ist der Kfz-Zulassungsstelle vorzulegen, damit eine neue Betriebserlaubnis für das Fahrzeug erteilt wird.

Es besteht durch eine Autogasanlage kein erhöhtes Sicherheitsrisiko, auch das  Parken in Tiefgaragen ist zulässig. Die Abgase sind sehr harmlos, weshalb sogar in geschlossenen Räumen Gabelstapler nur mit Autogas fahren dürfen.


Klimaschutz

LPG-Autogas enthält keine Giftstoffe. Im Gegensatz zu reinem Benzinbetrieb entstehen beim Gasbetrieb keine Partikel, Schwefel  oder Betankungsemissionen.  Die schädliche Ozonbildung wird bis zu 80 % vermindert. Die Schadstoffklasse des bivalenten Fahrzeugs bleibt erhalten.

Motor und Tanken

Die Leistung des Motors ist etwa gleich. Der Verbrauch gemessen in kg ist etwa gleich mit dem von Benzin. Für den Motor ist Autogas schonend. Die höhere Klopffestigkeit (110 Oktan) von LPG-Autogas lässt den Motor runder laufen.
Die Lebensdauer der Zündkerzen verlängert sich. Die Abnutzung wichtiger Teile des Motors wird verringert.

LPG-Autogas ist in Deutschland in immer mehr Tankstellen erhältlich; zurzeit sind es etwa 3000. In vielen europäischen Ländern besteht ein dichtes LPG-Tankstellennetz.

Nutzen und Zukunft

Der größte Vorteil für den Autofahrer ist natürlich die hohe Wirtschaftlichkeit der Nutzung von LPG-Autogas. LPG-Autogas kostet etwa die Hälfte des Preises für Benzin. Der supergünstige Preis für das Autogas und die bis 2018 gesetzlich geregelte Steuerbegünstigung für den Alternativ-Kraftstoff Flüssiggas lassen auch künftig einen sehr wirtschaftlichen Betrieb erwarten.

Was Sie sonst noch wissen möchten
Haben Sie weitere Fragen zum LPG-Autogas, zur Technik, zum Einbau, zu Nutzen und Kosten sowie zum Betrieb, fragen Sie Ihren Kfz-Meisterbetrieb!! Hier wird Ihnen gern geholfen.